Abschied von Kanada

Samstag, 17.08.2013

Den vorletzten Tag in Kanada verbrachten wir - nach dem Stadttag in Victoria - wieder einmal mit Wandern. Nach all den eher alpinen Wanderungen in den Rockies wollten wir uns einmal Regenwald und Meer erwandern.

Der berühmte Pacific Rim Trail ist wohl eher etwas für Profis - und außerdem sind die Besucherzahlen beschränkt. Aber nicht weit von Victoria - ca. 30-40 km - liegt Sooke mit dem East Sooke Park. Wir besorgten uns in Sooke in der Information eine Wanderkarte und fuhren dann nach Aylards Farm, dem Ausgangspunkt des Coastal Trails. Dort bekamen wir von einer freundlichen Pensionistin, die am Parkplatz als Info-Station fungierte, weitere Tipps und Wasserflaschen gegen eine Spende.

Dann machten wir uns von Creyke Point auf den Weg nach Beechy Head. Die Tour ist kein Spaziergang - es geht über Felsen, in einem Fall über 1,5m steil hinab - immer der Küste entlang. Es ist ein herrlicher Weg - Felsenkliffs wechseln mit kleinen Kieselstränden ab, immer gibt es Blicke aufs Meer und darüber hinaus auf die verschneiten Gipfel des "Olympic Mountains National Park" in USA. Die Bäume winden sich in bizarren Formen.

 

Auch die Indianer fanden die Gegend schon attraktiv und hinterließen an den Felsen Steinzeichen.

Aber dann rückten die Nebel näher und wir brachen die Tour nach 3 Stunden bei Beechy Head ab - man könnte aber bis zu 8 Stunden der Küste entlang hiken.

Den Rest des Nachmittags verbrachten wir in Sooke - im "Little Vienna Cafe", wo es recht passable "österreichische" Nussschnecken gab - auch der Capuccino war ganz gut,

und auf der Strandpromenade des "Whiffin Spit", einer Landzunge, die die Bucht von Sooke vom Meer trennt.

Am nächsten Tag machten wir uns auf den Heimweg nach Vancouver - diesmal über die nördliche Fährverbindung via Nanaimo nach Horseshoe Bay nördlich von Vancouver. Von Viktoria bis Nanaimo sind es ca. 100 km. Das Wetter war bedeckt; also machten wir nur noch einen kleinen Stadt-Zwischenstop in Chemainus. Das Städtchen hat sich zur Touristenattraktion gemausert, weil verschiedene Künstler alle möglichen freien Flächen mit Malereien zur Stadtgeschichte bedeckten.

Wir gelangten schon um 14 Uhr zur Fähre, um das Schiff um 15 Uhr zu erwischen. Diesmal hatten wir nicht reserviert, weil es auf der Hinfahrt nicht nötig gewesen war - diesmal war um 14 Uhr die 15 Uhr-Fähre schon voll und auch die 17-Uhr-Fähre war bereits zu 70 % ausgelastet. Also verbrachten wir 3 Stunden Wartezeit im Fährhafen - mit Zeitunglesen und Sudoku-Lösen. Die Überfahrt war dann wieder wunderschön - langsam zeigte sich die Downtown von Vancouver am Horizont.

Damit beende ich diesen Blog. Morgen fliegen wir von Oklahoma zurück nach München.

 

9.8. Wunderschöne Tage auf Vancouver Island

Samstag, 10.08.2013

Es ist so schön hier, dass man kaum zum Bloggen kommt - daher jetzt die Fülle der letzten 3 Tage zusammengefasst.

Vorgestern vormittags starten wir also von Vancouver aus zur Fähre in Tsawassen, um nach Vancouver Island überzusetzen. Wir hatten einen Platz auf der 11 Uhr Fähre reserviert, bekamen aber dann einen - ohne Reservierung - auf der 10 Uhr-Fähre. Die Fahrt durch die Golf-Inseln nach Swartz Bay auf Vancouver Island dauert ca. 1 1/2 Stunden und ist allein schon ein herrliches Erlebnis.

Da noch viel Zeit bis zum Einchecken in unsere Unterkunft verblieb, vertraten wir uns zunächst auf der Seepromenade im Örtchen Sidney die Füße und fuhren dann weiter nach Butchart Garden. Das ist eine gigantische Anlage mit italienischem, japanischen und Rosengarten uvm., in dem mehr Blumen blühen, als das Auge verkraften kann.

Schließlich gelangten wir in Victoria in unser Unterkunft, dem Cottage Pirouette, an und wurden mit Tee und vielen Informationen von unserer Gastgeberin empfangen. Lorraine betreibt ein B&B, hat noch irgendeinen anderen Job und ist nebenbei Jazz-Sängerin.

Das Frühstück war diesmal nicht das übliche Büffet, sondern wurde pünktlich um 8:30 von der Wirtin allen Hausgästen serviert ( Muffins, Brot, Butter, Marmelade, Bacon, Würstchen, Rühreier etc. ). So saßen also neben zwei Österreichern eine 5köpfige schwedische Familie ( Vater, Mutter und 3 Kinder zwischen 13 und 18 ) und ein Pensionistenpärchen aus Seattle am Frühstückstisch zusammen und unterhielten sich fröhlich miteinander.

Unser nächster Tag war der Hauptstadt Victoria gewidmet. Von unserem Quartier aus kann man in einer 3/4 Stunde am Hafen entlang in die Innenstadt spazieren oder - was wir auf dem Rückweg machten - mit dem Wassertaxi zu West Marina Bay zurückkehren.

 

Wie verbringt man so einen Tag in der Stadt ? Wir bummelten einfach durch die Altstadt ( nun ja, was heißt alt - so um die 100 Jahre ),

wir schmöckerten ein wenig in einem der architektonisch eindruckvollsten Buchläden der Welt ( Munro´s in der Government Street ),

wir schauten im Fairmont Empress Hotel dem britischen High Tea zu ( Teilnahme kostet angeblich 60 $ pro Person und so britophil waren wir dann doch nicht ),

und verbrachten dann noch den Rest des Nachmittags im Royal British Columbia Museum, wo wir dann wohl unserem "Tier des Tages" begegneten.

 Das Royal British Columbia Museum ist ein tolles Museum; im Gegensatz zum Museum of Anthropology in Vancouver erzählt es aber - mit Hilfe der Exponate - Geschichten, während das MOA eher einfach schöne Dinge ausstellt - die Geschichten sind mir lieber.

Da der Eintrag schon reichlich lang ist, werde ich noch ein-zwei Berichte über die letzten Tage in Kanada anfertigen, bis ich dann den Kanada-Blog abschließe. Mittlerweile sind wir natürlich schon in Oklahoma angekommen, aber das wird eher nicht Gegenstand des Blogs sein, da dieser Besuch rein privat und dieser Blog vollkommen öffentlich ist.

6.8. Von Banff nach Vancouver in zwei Tagen

Mittwoch, 07.08.2013

Gestern war also der Tag des Abschieds von Banff gekommen und es ging zurück nach Vancouver. Aber wenn man sich diese Tour auf zwei Tage aufteilt, dann gibt es auch da viel zu sehen.

Bis zu unserer Übernachtung - wie auf der Hinfahrt wieder in Kamloops - folgten wir dem Transcanadian Highway, zunächst bis Lake Louise, dann durch den Yoho Nationalpark - soweit schon eine bekannte Strecke. Aber dann folgten zwei neue Nationalparks in unserer Sammlung.

Der Glacier Nationalpark zählt angeblich über 400 Gletscher und ist einer der wildesten und unzugänglichsten Parks in Kanada. Vor dem NP-Zentrum am Highway empfangen einen gleich zwei Kanonen der kanadischen Armee, mit denen im Winter die Lawinen heruntergeschossen werden, bevor sie größeren Schaden anrichten und die einzige Transkanada-Straßenverbindung blockieren können. Drinnen im Zentrum wird per Film das Verhalten bei Bärenangriff - bis zum Pfefferspray und Totstellen - demonstriert und für viele Wanderwege galt anscheinend Bärenwarnung. Da blieben wir lieber auf dem Rastplatz und genossen von da das Panorama.

Dort begegneten wir auch unserem Tier des Tages - Gott sei Dank nicht in natura, sondern nur ausgestopft.  

Es folgte fast nahtlos der Mount Revelstoke Nationalpark. Hier machten wir eine kleine Halbstundentour über einen Lehrpfad, auf dem man 500 Jahre, himmelhohe Zedern und den fast mannshohen, extrem stachligen Devil's Club bewundern kann.

Nachdem wir wieder vollgetankt hatten - hier gibt´s oft nur alle 100-150 km eine Tankstelle und man muss seine Tankanzeige im Auge behalten - fuhren wir auf einem kleinen Bergstraßl fast bis zum Gipfel des Mount Revelstoke ( ca. 2.000m ). Selbst fahren kann man bis 1.800m, den Rest läuft man oder wird von einer Rangerin im Shuttlebus durch üppig blühende Bergwiesen noch bis ganz hinauf gefahren. Die Fahrt ist gratis bzw. in der Eintrittskarte für die Nationalparks inbegriffen ( Da wir uns etwa 10 Tage in den Parks aufhielten, haben wir uns gleich die Jahreskarte für alle Parks für ca. 60 $ pro Person gekauft - ab einer Woche lohnt sich´s ). Droben angekommen, waren Blumenwiesen und Bergaussicht einfach überwältigend.

Am ersten Abend erreichten wir dann Kamloops und nächtigten wie schon auf der Hinfahrt im Hotel der dortigen Universität - 2 Schlafzimmer, Küche, gutes, kontinentales Frühstück, alles für 99 $ pro Zimmer und Nacht - eines der besten Preis-Leistungsverhältnisse, die wir auf der Fahrt hatten.

Am nächsten Tag hatten wir eigentlich vor über Whistler nach Vancouver zurückkehren, verpassten aber schon in Kamloops die richtige Abfahrt ( Pacific Way ) und fanden erst 60 km weiter südlich heraus, dass wir uns auf der schnellen Direktverbindung nach Vancouver ( Highway 5 ) befanden. Umkehren war uns zu zeitraubend; also fuhren wir einfach weiter und verbrachten dafür einen Teil des Nachmittags in Harrison Hot Springs am Harrison Lake damit, barfuß am Strand spazieren und zu lesen.

 

Dort begegneten wir auch in Scharen unserem "Tier des Tages" - irgendeiner Art von Gans - aber fragt mich nicht , welcher....

Am Abend kamen wir dann wieder in unserem alten Quartier in Vancouver an und wurden von unserem Hauswirt Robert Phong an sein chinesisches Lieblingsrestaurant zwei Straßen weiter an der Main Street verwiesen. In dem saßen fast ausschließlich Chinesen, es lief chinesisches Lokalfernsehen - Gott sei Dank war die Speisekarte zweisprachig. Das süßsaure Schweinefleisch war besser als alles, was ich in Europa jemals zu diesem Thema bekommen habe. Etwas enervierend war die Angewohnheit einiger Gäste, sich die fast Wagenrad großen Krabben vor dem Verzehr lebendig am Tisch präsentieren zu lassen - die Viecher waren noch höchst lebendig und schlugen kräftig mit ihren langen Beinen um sich.

Mittlerweile sind wir auf Vancouver Island in einem sehr netten B&B, dem Cottage Pirouette in Esquimault, einem Vorort der Inselhauptstadt Victoria, angekommen - aber davon morgen mehr.

 

4.8. Letzter Tag in Banff - Johnston Canyon und Stanley Glacier

Mittwoch, 07.08.2013

Alles geht mal vorbei - so auch unsere Zeit im Banff National Park. Für unseren letzten Tag hatten wir uns zwei Ziele ausgeschaut, von denen nun zu berichten sein wird.

Zunächst einmal verließen wir kurz nach Banff den Transcanadian Highway, um auf die alte, parallel dazu verlaufende Straße, den Bow Valley Parkway einzubiegen. Wir wollten zum Johnston Canyon, eine in Reiseführern viel gepriesene Sehenswürdigkeit, bei der man dem Canyon am Boden der Schlucht folgen kann. Leider hatten wir nicht daran gedacht, dass Sonntag war und damit nicht nur ausländische Touristen, sondern auch kanadische Wochenendausflügler mit Sack und Pack und Kinderwagen unterwegs waren. Also schoben sich die ersten 30 Gehminuten die Menschen stellenweise über die engen Stege am Canyon entlang und die Mosquitos machten fette Beute. Um die unteren Wasserfälle zu besichtigen, hätte man schon lange vor dem Aussichtspunkt Schlange stehen müssen. Wir machten uns gar nicht die Mühe, sondern folgten gleich dem Weg zu den oberen Wasserfällen - und siehe da, sobald es ein bisschen steiler wurde, gaben die meisten Besucher auf und es wurde sehr viel ruhiger und auch mosquitofreier. Insgesamt ist der Canyon aber sehr schön und vielleicht auch an Wochentagen etwas ruhiger.

Als nächstes steuerten wir von Castle Junction aus den benachbarten Kootenay Nationalpark an. Der liegt schon wieder in British Columbia - anderer Bundesstaat, andere Zeitzone etc. ( siehe Yoho-Blogeintrag ). Man könnte meinen, wir hätten schon genug Gletscher gesehen, weil wir uns auf den Weg zum Stanley Glacier machten, aber in diesem Fall ist der Weg das Ziel. Der Berghang ist nämlich vor über 40 Jahren komplett abgebrannt und man kann besichtigen, wie zwischen verbranntem Holz die Natur sich wieder regeneriert.

Wir folgten dem Pfad fast bis zum Ende, hatten den Gletscher schon im Blickfeld, als es zunehmend düsterer wurde - wir drehten uns um und -

richtig geraten - unsere beinahe schon allabendliche Dusche kündigte sich wieder an. Diesmal hat´s uns aber nur am Rand erwischt und wir gelangten nur mäßig angefeuchtet zu unserem letzten Abend zurück nach Banff.

Und zum "Tier des Tages" - nichts besonderes, aber abgesehen von den Mosquitos begleiteten uns vor allem diese schwarzen Gesellen mit ihrem Gekrächze durch den Johnston Canyon.

So, das war Banff - der nächste Blog geht über die Rückfahrt nach Vancouver.

3.8. "Yoho" heißt Erstaunen

Montag, 05.08.2013

Gestern versprach das Wetter nach dem ersten Blick aus der Hoteltür ausgesprochen schön zu werden - die Internet-Wettervorhersagen für diese Gegend sind notorisch unzuverlässig - und so beschlossen wir, dem Yoho-Nationalpark einen Besuch abzustatten. Das bedeutet, dass man eine Bundesstaatsgrenze - von Alberta nach British Columbia -, die kontinentale Wasserscheide - zwischen Pazifik und Atlantik - überschreitet und die Uhr wieder um eine Stunde zurückstellt.

"Yoho" bedeutet in der Sprache der Cree-Indianer "Erstaunen und erstaunlich ist dieser Nationalpark wirklich. Nach einem kurzen Stop im einzigen Ort im Nationalpark, dem Dorf Fields, um im Parkbüro nach Zugangsbeschränkungen wegen Bären oder anderer Wildtiere zu fragen, landeten wir zuerst bei der Natural Bridge. Hier hat sich der Fluss seinen Weg unter einem Felsen durchgegraben, so dass dieser eine natürliche Brücke über einen Wasserfall bildet - ein beeindruckendes Naturschauspiel.

Auf derselben Straße kommt man dann einige Kilometer weiter zum Emerald Lake, der seinen Namen seiner phantastisch smaragdgrünen Farbe verdankt. Am Anfang wird man von einem Ruderbootverleih, einem Restaurants und einigen Ferienbungalows empfangen, aber richtig schön wird´s erst, wenn man sich auf den zwei Stunden Weg um den See macht.

Am hinteren Ende des Sees mündet der Ausfluss des Emerald-Gletschers in den See. Während das Seeufer bis dahin von dichtem Wald bestanden ist, besteht das Gelände dort aus Schwemmsand, Wasser und vereinzelten Bäumen und Büschen - das Land erobert langsam den See. Außerdem hat man dort einen prächtigen Blick auf den Gletscher.

Vom Emerald Lake ging´s schon wieder zurück Richtung Banff, aber das eigentliche Yoho-Tal, das etwas abseits liegt, wollten wir dann doch nicht verpassen. Die Straße ist schmal,stellenweise steil mit ein paar Haarnadelkurven und nur von Ende Juni bis Anfang Oktober offen, weil im Rest der Zeit mit Vereisung zu rechnen ist. Die Straße endet am Takkagaw-Wasserfall.

Takkagaw heißt auf Cree "Er ist großartig" - und das ist er auch, selbst wenn das vielleicht auf dem Bild nicht so deutlich wird. Mit 254m zählt er zu den höchsten Wasserfällen Kanadas und man kann ihm auf einem Fußweg so nahe auf den Pelz rücken, dass man von der Gischt gründlich nass wird ( Das war aber für diesmal die einzige kalte Dusche an diesem Tag ).

Auf dem Rückweg hätten wir uns noch gern den Lake Moraine bei Lake Louise angesehen - angeblich ein Geheimtipp und mindestens so schön wie Lake Louise. Das mit dem Geheimtipp muss sich aber herumgesprochen haben; jedenfalls stauten sich schon 5km vor dem See die Autos und warteten auf einen Parkplatz - und das um 5 Uhr abends. Wir kapitulierten, machten eine gewagte Kehrtwendung auf der Straße und landeten am Abend wieder in Banff.

Dort besuchten wir ein irisches Pub zum Abendessen - angeblich komplett in Irland abgebaut, nach Kanada verschifft und in Banff wieder aufgebaut. Dabei haben sie aber die Fußboden derartig lausig verlegt, dass unser Esstisch jedesmal erzitterte, wenn die Bedienung daran vorbeilief. Doch das Essen ( Liver ´n Onions ) und das Bier waren ausgezeichnet und Stimmung recht "irisch" - so weit, so gut

Morgen reisen wir bereits weiter - zu einer Zwischenetappe, wieder in Kamloops - und von da an weiter nach Vancouver. Die letzten Tage werden wir auf Vancouver Island verbringen - ein B&B in Victoria ist schon vorgebucht.

2.8. Lakes and Hotels

Sonntag, 04.08.2013

O je, schon 3 Tage vergangen und kein Blog - da wird´s höchste Zeit ! Während ihr zu Hause in der Augusthitze bratet, ist das Wetter bei uns bunt gemischt - mal Sonne, mal Regen.

Vorgestern machten wir uns auf zu einem Pflichttermin im Banff Nationalpark - nach Lake Louise. Das ist nicht nur ein berühmter Wintersportort, sondern gilt als der schönste See im ganzen Nationalpark. Ganz sicher hat er einen Vorzug, den er mit vielen Atrraktionen hier teilt: Er ist auch dem letzten Fußkranken per Auto und ebener Seepromenade zugänglich und so tummeln sich hunderte von Touristen - viele aus China - dort. Aber eindrucksvoll ist dieser Gletschersee schon:

Um der Menge zu entkommen, muss man sich nur auf die Wanderschaft machen - in diesem Fall zu einem anderen kleinen Bergsee, genannt Lake Agnes - ein Pflichttermin, wenn man wie meine Frau Agnes heißt.

Dort gibt es auch ein britisches Teehaus im Schweizer Stil, das sich sehr schnell bis zum Brechen füllte, als es zu tröpfeln anfing. Eigentlich hatten wir vor, weiter zum nächsten Teehaus am Gletscherfuß zu wandern, aber vernehmliches Donnergrollen hielt uns dann doch davon ab. Wir erreichten - wieder einmal gut durchweicht - Lake Louise und retteten uns ins dortige Hotel. Das ist ein riesiger, sehr vornehm britischer Kasten mit über 1.000 Zimmern, aber das Ambiente kann sich sehen lassen und ist - da mit Geschäften und Restaurants gespickt - auch für Normalsterbliche zugänglich, die nicht mindestens 300 $ pro Nacht hinlegen wollen.

Der gestrige Tag begann gleich mit Regen - also beschlossen wir, im Lande - sprich in Banff - zu bleiben. Neugierig waren wir auf das Fairmont Banff Springs Hotel - das teuerste, altehrwürdigste Hotel in town und eine allseits gepriesene Sehenswürdigkeit. Nun, wenn sich bei Harry Potter der düstere Lord Voldemort ein Schloss ausgesucht hätte, dann sähe es meiner Ansicht nach wohl so aus.

Auch im Inneren war der vorherrschende Eindruck eher düster.

Aber natürlich ist das Hotel fast eine Stadt für sich - Restaurants, Nobelläden, Supermarkt, Tennisplätze, Reitstall, Golfplatz: Man braucht sich - außer mit dem Ausflugsbus - kaum aus diesem geschlossenen System heraus bewegen.

Am Nachmittag sah das Wetter wieder besser aus und so bestiegen wir den Tunnel Mountain, um uns von dort einen Überblick über die Stadt, Bow River und Berge zu verschaffen. Banff ist eine Stadt mit 5.000 Einwohnern und 30.000 Touristen. Einheimische bekommt man also fast nur im Touristenservice zu sehen. An der Hauptstraße, der Banff Avenue, reiht sich ein touristisches Etablissement an das andere - Läden für Souvenirs aller Art, Klamotten, Schmuck, Sportausrüstung sowie Hotels und Restaurants in allen Preisklassen.

Wir hatten gerade genug Zeit, das Panorama zu genießen, als wir uns zum Bow Valley umdrehten und sahen - richtig geraten - den Regen.

Und so kamen wir wieder mal durchnässt, aber glücklich im Hotel an und blieben diesmal im Hotelrestaurant zum Essen. Das Lokal heißt "Meatball and Pizza" - folglich aßen wir eine Pizza, belegt mit Meatballs ( Fleischbällchen ), die ausgezeichnet schmeckte, dazu eine Pint von Sleeman Honey Brown ( Bier ) - Herz, was willst du mehr.

Ach, nicht zu vergessen: Die "Tiere des Tages" - am Lake Louise sahen wir tatsächlich einen Grizzly-Bären, der sich aber so schnell in den Wald zurückzog, dass ich nicht zum ( Schnapp-) Schuss kam. Also muss es wohl einer der ewigen Abstauber an den Touristenplätzen tun - Clark´s Nutbreaker ( wenn ich mich nicht irre )

So, das wär´s für heute - morgen, bevor wir Banff Richtung Vancouver verlassen, dann mehr.

1.8. Lake Minnewanka und der Mosquito Trail

Freitag, 02.08.2013

Gestern kamen wir erst spät aus den Federn - der Tag vorher war als Fahrtag recht anstrengend gewesen und im Gegensatz zu unserem letzten Hotel in Hinton wurde das Frühstücksbüffet auch nicht schon um 9 Uhr abgeräumt, sondern erst um 1/2 11. Dazu können wir jetzt regelrecht schlemmen - neben dem bisher schon gehabten Toast und Marmelade, Cornflakes und Milch gibt es jetzt britisches Frühstück - Bacon and Eggs, Würstchen, Omelettes usw.

Dann ging´s erst einmal zur Nationalparkinformation, um sich zu erkundigen, welche Pfade man wegen Bären oder Wildkatzen besser meiden sollte. Wir entschieden uns dann für den Lake Minnewanka, einen traumhaft gelegenen See wenige km außerhalb von Banff.

Von dort aus hatten wir uns einen Pfad in die Cascade Mountains ausgeschaut. Der begann zunächst recht nett mit einem Picknick am Rastplatz, wo auch ein paar Erdhörnchen ihre Höhlen hatten.

Doch das "Tier des Tages" wurde ein anderes: 

Richtig .... der Mosquito ! Der Pfad verlief durch einen wunderschönen Wald, aber es war heiß, und ein schwitzender Mensch ist geradezu eine Einladung für die Viecher. Natürlich hatten wir uns reichlich mit einem Abwehrspray eingesprüht und deswegen kassierten wir auch nicht allzuviele Stiche - aber die Biester schwirren trotzdem ständig um einen herum. Also, viele Wanderer tragen Bärenglöckchen am Rucksack und Bärenspray in der Hosentasche, um blutgierige Bestien abzuschrecken - aber die einzigen, die uns bisher wirklich ans Blut wollten, sind diese schwirrenden Blutsauger. Die Belohnung war dann nach 3 Stunden ein wirklich schöner Blick in die Berge.

 

Wir beschlossen den Tag dann in einem schönen Pub in Banff, dem Rose & Crown, das neben guten Burgers einen Dachgarten  mit wunderschöner Aussicht bietet.

31.7. Auf dem Icefields Parkway nach Banff

Donnerstag, 01.08.2013

Gestern verabschiedeten wir uns also vom Crestwood Hotel in Hinton und machten uns wieder auf den Weg, um über den Icefields Parkway Banff, unser nächstes Standquartier für 5 Tage, zu erreichen.

In diesem Fall ist das nicht einfach eine Fahrt von A nach B, die man möglichst schnell hinter sich bringen will. Der Icefields Parkway ist wohl eine der beindruckendsten Straßen durch Gebirge auf der Welt. Ständig ist man umgeben von 3.000er Gipfeln, die den Athabaska-River begleiten.

Unseren ersten Stop machten wir bereits 30 km hinter Jasper. Da verlagert sich der Athabaska-River in einem großartigen Wasserfall etliche Meter nach unten, bis er dann seinen langen Weg ins nördliche Eismeer fortsetzt. Man überquert den Wasserfall auf einer Brücke und begleitet ihn dann in einer Klamm weiter nach unten.

Dann geht´s weiter - immer brav mit 70-90 km/h - durch die Bergwelt, bis man gegenüber dem Columbia Icefield Centre den riesigen Athabaska-Gletscher erblickt. Das Zentrum ist weiter nicht der Rede wert, es sei denn, man will sich von dort mit dem Bus auf den Gletscher  hinaufkarren lassen. Wir wanderten vom Parkplatz zur Gletscherzunge und Ursprung des Athabaska-River.

Unterwegs hörten wir eindeutig Wiener Laute: Es war eine Kneissl-Reisegruppe, die gerade in den Nationalparks unterwegs war. Während am Centre Jausenpause machten, begegnete uns dann unser "Tier des Tages". Ein Chipmunk versuchte ein paar Krümel aufzuschnappen.

Gegen 18 Uhr erreichten wir schließlich Banff und checkten im Ptarmigan Inn ein .... aber Hotel, Stadt und unseren ersten Tag dort morgen mehr.

 

29.7.- Heiße Quellen und Canyons

Dienstag, 30.07.2013

Mittlerweile sind wir an unserem letzten Abend im Jasper Nationalpark angekommen - Zeit also, über die letzten zwei Tage zu berichten.

Das Wetter war in diesen zwei Tagen recht unbeständig - immer wieder regnete es dazwischen, die Temperaruren blieben bei 20 Grad und darunter ( letzte Nacht lagen sie bei 10 Grad ) und die Bergspitzen trauten sich erst heute im Laufe des Tages aus den Wolken.

Also gingen wir nicht unter die Gipfelstürmer, sondern blieben lieber in der Ebene. Gestern fuhren wir nach Miette Hot Springs ( Wir haben nach wie vor Fahrten von 50-80 km zu den Ausgangspunkten unserer Touren ). Das Baden in den Quellen verging uns rasch - sich eine halbe Stunde anstellen für einen Stehplatz in heißem Wasser, das obendrein nach Schwefel stinkt, war nicht unser Fall. Dafür erkundeten wir eine der nahe gelegenen Schwefelquellen und die umliegenden Bergwälder und -wiesen und beschlossen den Tag in einem "Boston Pizza"-Tempel ( Restaurantkette ).

Heute kehrten wir zum Malign River zurück - aber nicht zum See, aus dem er entspringt, sondern zu dem Canyon, den er ein paar Kilometer vor Jasper in den Kalkstein gegraben hat. Alles ziemlich eindrucksvoll - aber ich bin leider kein Adalbert Stifter, um Natur angemessen beschreiben zu können - daher hier ein - wenn auch unzureichendes - Bild.

Den Nachmittag verbrachten wir an zwei stillen Seen ( Lake Edith und Anette ), bevor uns der Regen wieder nach Hause trieb.

Morgen brechen wir unsere Zelte in Jasper ab und fahren über den Icefields Parkway nach Bannff, wo wir die nächsten 5 Tage bleiben werden

27.7. Jasper - Zum Angel Glacier am Mount Edith Cavell

Sonntag, 28.07.2013

Am Morgen, als wir aufwachten, regnete es und die Wettervorhersage war ausgesprochen gemischt. Wir ließen uns dennoch nicht abschrecken und fuhren hinein nach Downtown Jasper und holten uns bei der Auskunft die Information ein, dass unsere geplante Route begehbar war. Dann machten wir noch einen Stadtbummel durch Jasper ( 4.000 Ew ), das größtenteils aus Läden, Restaurants und sonstiger Infrastruktur für Touristen besteht. Da der Frühstückskaffee im Hotel aus braunem Waschwasser bestand, besorgten wir uns auch noch einen Capuccino in einer Bäckerei. Mittlerweile war es wieder sonnig, bei angenehmen 21 Grad.

Zum Ausgangspunkt unserer heutigen Wanderung brauchten wir wieder 27 km Fahrt - das sind nunmal normale Nationalparksdistanzen. Immerhin hatten wir am Straßenrand unsere nächste Tierbegegnung - diesmal grasende Wapitis.

Dann geht es wieder durch endlose Wälder - bis die Straße an einem Parkplatz aufhört und man vor der Felswand des Mount Edith Cavell steht. Von seiner Flanke fällt der Angel Glacier - der so aussieht wie ein Engel mit ausgebreiteten Flügeln - in einen kleinen Gletscherteich ab.

Entlang der riesigen Moränen verläuft ein Pfad, der sich erst durch Hochwald, dann durch unglaublich bunte Bergwiesen hindurchzieht. Am Endpunkt sieht nicht nur den großartigen Gletscher in voller Pracht, sondern auch Murmeltiere (? - für mich sehen sie zumindest so aus, aber seht selbst ).

Auf dem Abstieg wurden wir dann heftig eingeweicht und froren wie die Schneider. Daher hätten wir uns im Hotel schon auf die Sauna gefreut, aber die war "out of order". Dafür trösteten wir uns im Hotelrestaurant mit einem 8 ounce Steak aus dem berühmten Alberta Beef. Der Kellner war Chinese und begeistert von Österreich, das er als 12jähriger Junge auf Europatour mit seinen Eltern bereist hatte ( Stichwörter: Wien, Berge - like in Canada -, Maßkrug als Souvenir ). So, das war´s für heute - mal sehen, was wir morgen anstellen.

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