Berichte von 07/2013

29.7.- Heiße Quellen und Canyons

Dienstag, 30.07.2013

Mittlerweile sind wir an unserem letzten Abend im Jasper Nationalpark angekommen - Zeit also, über die letzten zwei Tage zu berichten.

Das Wetter war in diesen zwei Tagen recht unbeständig - immer wieder regnete es dazwischen, die Temperaruren blieben bei 20 Grad und darunter ( letzte Nacht lagen sie bei 10 Grad ) und die Bergspitzen trauten sich erst heute im Laufe des Tages aus den Wolken.

Also gingen wir nicht unter die Gipfelstürmer, sondern blieben lieber in der Ebene. Gestern fuhren wir nach Miette Hot Springs ( Wir haben nach wie vor Fahrten von 50-80 km zu den Ausgangspunkten unserer Touren ). Das Baden in den Quellen verging uns rasch - sich eine halbe Stunde anstellen für einen Stehplatz in heißem Wasser, das obendrein nach Schwefel stinkt, war nicht unser Fall. Dafür erkundeten wir eine der nahe gelegenen Schwefelquellen und die umliegenden Bergwälder und -wiesen und beschlossen den Tag in einem "Boston Pizza"-Tempel ( Restaurantkette ).

Heute kehrten wir zum Malign River zurück - aber nicht zum See, aus dem er entspringt, sondern zu dem Canyon, den er ein paar Kilometer vor Jasper in den Kalkstein gegraben hat. Alles ziemlich eindrucksvoll - aber ich bin leider kein Adalbert Stifter, um Natur angemessen beschreiben zu können - daher hier ein - wenn auch unzureichendes - Bild.

Den Nachmittag verbrachten wir an zwei stillen Seen ( Lake Edith und Anette ), bevor uns der Regen wieder nach Hause trieb.

Morgen brechen wir unsere Zelte in Jasper ab und fahren über den Icefields Parkway nach Bannff, wo wir die nächsten 5 Tage bleiben werden

27.7. Jasper - Zum Angel Glacier am Mount Edith Cavell

Sonntag, 28.07.2013

Am Morgen, als wir aufwachten, regnete es und die Wettervorhersage war ausgesprochen gemischt. Wir ließen uns dennoch nicht abschrecken und fuhren hinein nach Downtown Jasper und holten uns bei der Auskunft die Information ein, dass unsere geplante Route begehbar war. Dann machten wir noch einen Stadtbummel durch Jasper ( 4.000 Ew ), das größtenteils aus Läden, Restaurants und sonstiger Infrastruktur für Touristen besteht. Da der Frühstückskaffee im Hotel aus braunem Waschwasser bestand, besorgten wir uns auch noch einen Capuccino in einer Bäckerei. Mittlerweile war es wieder sonnig, bei angenehmen 21 Grad.

Zum Ausgangspunkt unserer heutigen Wanderung brauchten wir wieder 27 km Fahrt - das sind nunmal normale Nationalparksdistanzen. Immerhin hatten wir am Straßenrand unsere nächste Tierbegegnung - diesmal grasende Wapitis.

Dann geht es wieder durch endlose Wälder - bis die Straße an einem Parkplatz aufhört und man vor der Felswand des Mount Edith Cavell steht. Von seiner Flanke fällt der Angel Glacier - der so aussieht wie ein Engel mit ausgebreiteten Flügeln - in einen kleinen Gletscherteich ab.

Entlang der riesigen Moränen verläuft ein Pfad, der sich erst durch Hochwald, dann durch unglaublich bunte Bergwiesen hindurchzieht. Am Endpunkt sieht nicht nur den großartigen Gletscher in voller Pracht, sondern auch Murmeltiere (? - für mich sehen sie zumindest so aus, aber seht selbst ).

Auf dem Abstieg wurden wir dann heftig eingeweicht und froren wie die Schneider. Daher hätten wir uns im Hotel schon auf die Sauna gefreut, aber die war "out of order". Dafür trösteten wir uns im Hotelrestaurant mit einem 8 ounce Steak aus dem berühmten Alberta Beef. Der Kellner war Chinese und begeistert von Österreich, das er als 12jähriger Junge auf Europatour mit seinen Eltern bereist hatte ( Stichwörter: Wien, Berge - like in Canada -, Maßkrug als Souvenir ). So, das war´s für heute - mal sehen, was wir morgen anstellen.

27.7. Jasper - Von Seen, Bergen und Bären

Samstag, 27.07.2013

Unser erster Tag in Jasper NP also. Wie jetzt jeden Tag haben wir eine Anfahrtsstrecke von ca. 70 km nach Downtown Jasper - aber der Nationalpark beginnt schon wesentlich früher. Wir haben uns um 130 $ eine Generaleintrittskarte für alle Parks gekauft, was sich bei 10 Tagen Aufenthalt auszahlt und den Vorteil hat, dass man am Zugang zu den Parks einfach durchfahren kann.

Auf der Fahrt herein haben wir unsere erste Begegnung mit Tieren. Man muss nicht einmal besonders Ausschau halten - da, wo plötzlich am Straßenrand eine Menge Autos und ein Haufen Touristen mit gezückten Kameras stehen, ist etwas geboten. Diesmal sind es Karibus, die entlang der Straße weiden oder sich einfach ausruhen und die Touristen gar nicht beachten.

Kurz vor Jasper biegt die Straße zum Malign Lake ab - nochmal 38 km Fahrt durch dichte Wälder, vorbei an Seen, deren Ufer bei uns von Villen zugepflastert wären. Dann endlich Malign Lake: Dort stauen sich förmlich Touristen aus aller  Herren Länder - und der See ist es wert, er ist wunderschön. Aber die meisten sind darauf aus, sich in Motorbooten über den See schippern zu lassen - und wir wollen uns - nach so vielen Tagen im Auto - mal richtig auslaufen.

Unsere Tour - 4-5 Stunden, 700 Höhenmeter  - geht zu den Bald Hills ( 2.300 m ). Am Anfang folgen wir einer Forststraße durch dichten Urwald. Lästig sind die Stechmücken - da werden wir uns noch ein Mittel besorgen müssen. Dann geht die Straße in einen Pfad über und überschreitet die Baumgrenze - während wir vorher eher geschwitzt haben, wird es jetzt angenehm kühl. Vom Gipfel hat man dann eine grandiose Sicht über den See und ringsum Berge, Berge, Berge.....

Auf dem Rückweg wieder eine große Autogruppe am Straßenrand - was gibt´s da zu sehen ? Es ist eine Schwarzbärenmama mit 2-3 Jungen, die sich an ein paar Sträuchern gütlich tut.

Der Tag endet in Jaspers in einem Pizza-Laden - für etwas anderes fühlen wir uns in unserer Wanderkluft nicht geeignet.

Aber jetzt geht`s wieder los, ein neuer Tag ist da - es ist zwar kühl, bewölkt und hat geregnet, aber wir werden sehen, was sich machen lässt.

 

25.7. Von Vancouver über Kamloops nach Jasper

Freitag, 26.07.2013

Gestern haben wir Vancouver schließlich verlassen. Wir holten uns am Flughafen unser Auto - einen ziemlich neuen Hyundai Accent - ab und erreichten nach einer halben Stunde den Transcanadian Highway ( Hwy 1 ), der sich durch ganz Kanada erstreckt. Nur langsam geht die Landschaft von Stadt in Bauernland über. Nach ca. 150 km biegt der Highway ins Landesinnere ab und folgt dem Fraser Canyon. Von dem ist allerdings von der Straße aus nicht viel zu sehen und wir hatten keine Zeit für längere Aufenthalte, da wir unser Auto  erst um 12 Uhr übernehmen konnten.

Während Fraser Canyon von dieser Warte aus betrachtet sich eher wie ein dicht bewaldetes Alpental ausnimmt, wird die Landschaft auf Cache Creek zu eher trocken - wenig Bäume, viiele Büsche, Grünflächen nur bei Bewässerung - und wirkt daher viel interessanter.

Am Abend liefen wir in Kamloops ein. Dort hatte uns Herr Vong eine Unterkunft im Kongresszentrum der dortigen Universität besorgt. Das isr ein riesiges Gebäude mit hunderten von Zimmern auf über 10 Stockwerken und mit prächtigem Blick über die Stadt von der Frühstückdterrasse.

Beinahe wäre es an diesem Punkt mit Reiseblog zuende gewesen. Ich musste feststellen, dass der Adapter für die Steckdose zwar für Rasierer und Föhn passten, aber nicht zu meinem Notebook. Mit der freundlichen Hilfe einer Walmart-Verkäuferin - ihr Sohn spielt als Eishockeyspieler in München - fanden wir dann einen Laden, der so etwas führte ( Seufz, Stein vom Herzen ! )

Es folgte ein 500 km langer Reisetag in den Jasper Nationalpark. Da war dazwischen - der freundliche ältere Herr ukrainischer Abstammung, der auf einem Rastplatz meinen britischen Akzent bewunderte - die ellenlangen, scharfen Chili-Würste, die wir da verzehrten - der erste Nationalpark am Weg, wo wir den höchsten Berg der Rockys bewundern kann, wenn er nicht gerade in Wolken hängt - und wir hatten dieses seltene Privileg.

In Jasper gab es - wie zu dieser Saison üblich - kein Quartier unter 250 $ pro Nacht; also wichen wir ins 70 km entfernte Hinton aus, wo wir jetzt im Crestwoodhotel nächtigen: geräumiges Zimmer mit zwei Doppelbetten, Sauna, Swimmingpool, WLAN .... Und dann bleiben wir 4 Tage in Jasper ( hat natürlich schon begonnen, aber davon später )

24.7. Vancouver - Von Stanley Park bis zum MOA

Mittwoch, 24.07.2013

Heute ist schon wieder Abreisetag von Vancouver - Zeit also für eine kurze Bilanz, bevor wir unsere Unterkunft verlassen und via Kamloops nach Hinton ( Jasper Nationalpark ) fahren.

Unsere täglichen Exkursionen fínden alle mit dem Bus statt - und dank der freundlichen Unterstützung von Herrn Vong´, der uns auch die Tickets verkauft, finden wir immer den richtigen Bus - meist Nr. 8 Downtown. Das Reisen ist nun sehr angenehm und jeder - inclusive Busfahrer - gibt freundlich Auskunft, wenn man sich mal nicht auskennt.

Was im Bus auffällt, aber auch sonst im Straßenbild, ist, das Vancouver teilweise eine chinesische Stadt. Unser Gastgeber ist Chinese, wir sitzen am Frühstückstisch mit einer chinesischen Familie aus Shanghai, auf dem Universitätscampus wimmelt es von Chinesen und die dritte Fremdsprache auf offiziellen Schildern ist chinesisch.

Unser erster Tag war Downtown und Stanley Park gewidmet - teilweise zum Gedenken an unsere erste Begegnung vor 25 Jahren. Stanley Park ist noch genauso schön wie vor 25 Jahren: Wir gingen die Seepromenade entlang, feierten Wiedersehen mit  den berühmten Totempfählen und verirrten uns zeitweise auf den Wanderpfaden im Wald. Von da an ging´s zu Fuß zurück nach Downtown.

Gestern ging´s dann wieder per Bus ( Nr.25 Richtung UBC ) zum MOA ( Museum of Anthropology  ). Das Museum ist ein Teil der Universität und mit einem europäischen Museum nicht zu vergleichen. In einer riesigen Halle mit Glasfront stehen riesige Totempfähle und andere indianische Schnitzereien. Das ist beeindruckend genug, aber den wirklichen Schwerpunkt bildet eine Abteilung, in der das zu sehen ist, was andere Museen in ihren Magazinen verstecken. Da sind Exponate aus aller Herren Länder aufgebaut - indianische Masken, Gongs aus Indonesien, altgriechische Vasen, Trachten aus Lappland usw.usw. und wem die Vitrinen nicht genügen, sieht noch mehr in ausziehbaren Schubladen. Wahrscheinlich hat man hier aus der Not eine Tugend gemacht, da fast alle Exponate aus gestifteten Privatsammlungen stammen, deren Eigentümer vermutlich darauf bestanden, dass ihre Sammlungen auch ausgestellt wurden. Wie gesagt, ein Sammelsurium, aber bestimmt  nicht langweilig !

Anschließend stiegen wir vom Museum hinunter zu einem wunderschönen Strand, dem Wreck Beach. Die Bemerkung "Clothing optional" machte uns schon etwas stutzig, bis wir merkten was gemeint war: Kleidung ist hier nicht vorgeschrieben. Mithin bekam Agnes etwas geboten, denn was sich da nackt tummelte, waren fast ausschließlich Männer. Agnes hätten sie im bekleideten Zustand trotzdem besser gefallen. Aber abgesehen von dieser ästhetischen Frage ist der Strand wunderschön und wir machten - barfuß, aber nicht nackt - einen ausgedehnten Strandspaziergang.

Wir beendeten den Tag in Downtown am Canada Place - eigentlich kein Platz, sondern ein riesiges Veranstaltungsgebäude, um das man - am Wasser entlang - herumwandern kann.

21.7. Endlich angekommen

Montag, 22.07.2013

Vorerst nur eine kurze Nachricht: Wir sind nach fast 9 Stunden Flug müde, aber  glücklich in Vancouver angekommen. Das Auto werden wir uns erst bei der Abfahrt aus Vancouver in 2 Tagen holen. Da ich mir die Route zu unserem B&B vorher ausgedruckt hatte, ging´s mit öffentlichen Verkehrsmitteln unerwartet leicht: Mit der Canada-Line to Seafront erstmal in die Innenstadt, dann ein paar Mal umsteigen - wobei uns jeder freundlich Auskunft gab - und dann waren wir da.

Unser B&B liegt in einer Wohngegend, wo anscheinend ausschließlich Asiaten wohnen - und so sind auch unsere Gastgeber Robert und Catherine Vong ein älteres chinesisches Paar. Die Bleibe ist nicht gerade luxuriös, aber ordentlich. WLan ist verfügbar und Robert versorgte uns gleich mit Tips und Busfahrkarten nach Downtown - denn obwohl wir schon solange unterwegs waren, waren wir noch viel zu überdreht zum Schlafen. Die Fahrt hin- und zurück ( 1 Zone ) kostet pro Person 3.50 CAD. Wir endeten schließlich am Hafen, wo wir - reichlich hungrig - sofort in eine kleine Brauerei mit angeschlossenem Restaurant einrückten. Wir probierten die neueste Kreation des Hauses, das "Ipanema"-Bier, und verschlangen Chicken Pizza und Spare ribs.

Beim Ipanema-BierMit Hilfe einer einheimischen Dame - die vor Freude in die Hände klatschte, weil sie ihre tägliche gute Tat vollbracht hatte und uns mit ihren vier Wörtern Deutsch eindeckte - fanden wir den Bus zurück und fielen sofort ins Bett

Bald geht es los

Freitag, 19.07.2013

Dies ist der erste Eintrag in meinem neuen Blog. In Zukunft werde ich hier über meine Erlebnisse im Ausland berichten.

Noch sitzen wir in Österreich, aber übermorgen geht´s los - zunächst 3 Wochen Kanada, dann 2 Wochen USA mit Schwerpunkt Oklahoma ( Besuch bei unserem Sohn ). Ob dieser Blog funktioniert, hängt von der Verfügbarkeit von Internet-Hotspots ab - ist also noch nicht sicher, ob oder wie oft dieses Reisetagebuch funktioniert ( hoffen wir das Beste Lächelnd ).

Falls ihr also Einträge hier vorfindet, freuen wir - meine Frau Agnes und ich - uns über Kommentare, Nachrichten von zu Hause, Anregungen etc. Der nächste Beitrag wird wohl am Sonntag oder Montag erfolgen. Bis dann.....