6.8. Von Banff nach Vancouver in zwei Tagen

Mittwoch, 07.08.2013

Gestern war also der Tag des Abschieds von Banff gekommen und es ging zurück nach Vancouver. Aber wenn man sich diese Tour auf zwei Tage aufteilt, dann gibt es auch da viel zu sehen.

Bis zu unserer Übernachtung - wie auf der Hinfahrt wieder in Kamloops - folgten wir dem Transcanadian Highway, zunächst bis Lake Louise, dann durch den Yoho Nationalpark - soweit schon eine bekannte Strecke. Aber dann folgten zwei neue Nationalparks in unserer Sammlung.

Der Glacier Nationalpark zählt angeblich über 400 Gletscher und ist einer der wildesten und unzugänglichsten Parks in Kanada. Vor dem NP-Zentrum am Highway empfangen einen gleich zwei Kanonen der kanadischen Armee, mit denen im Winter die Lawinen heruntergeschossen werden, bevor sie größeren Schaden anrichten und die einzige Transkanada-Straßenverbindung blockieren können. Drinnen im Zentrum wird per Film das Verhalten bei Bärenangriff - bis zum Pfefferspray und Totstellen - demonstriert und für viele Wanderwege galt anscheinend Bärenwarnung. Da blieben wir lieber auf dem Rastplatz und genossen von da das Panorama.

Dort begegneten wir auch unserem Tier des Tages - Gott sei Dank nicht in natura, sondern nur ausgestopft.  

Es folgte fast nahtlos der Mount Revelstoke Nationalpark. Hier machten wir eine kleine Halbstundentour über einen Lehrpfad, auf dem man 500 Jahre, himmelhohe Zedern und den fast mannshohen, extrem stachligen Devil's Club bewundern kann.

Nachdem wir wieder vollgetankt hatten - hier gibt´s oft nur alle 100-150 km eine Tankstelle und man muss seine Tankanzeige im Auge behalten - fuhren wir auf einem kleinen Bergstraßl fast bis zum Gipfel des Mount Revelstoke ( ca. 2.000m ). Selbst fahren kann man bis 1.800m, den Rest läuft man oder wird von einer Rangerin im Shuttlebus durch üppig blühende Bergwiesen noch bis ganz hinauf gefahren. Die Fahrt ist gratis bzw. in der Eintrittskarte für die Nationalparks inbegriffen ( Da wir uns etwa 10 Tage in den Parks aufhielten, haben wir uns gleich die Jahreskarte für alle Parks für ca. 60 $ pro Person gekauft - ab einer Woche lohnt sich´s ). Droben angekommen, waren Blumenwiesen und Bergaussicht einfach überwältigend.

Am ersten Abend erreichten wir dann Kamloops und nächtigten wie schon auf der Hinfahrt im Hotel der dortigen Universität - 2 Schlafzimmer, Küche, gutes, kontinentales Frühstück, alles für 99 $ pro Zimmer und Nacht - eines der besten Preis-Leistungsverhältnisse, die wir auf der Fahrt hatten.

Am nächsten Tag hatten wir eigentlich vor über Whistler nach Vancouver zurückkehren, verpassten aber schon in Kamloops die richtige Abfahrt ( Pacific Way ) und fanden erst 60 km weiter südlich heraus, dass wir uns auf der schnellen Direktverbindung nach Vancouver ( Highway 5 ) befanden. Umkehren war uns zu zeitraubend; also fuhren wir einfach weiter und verbrachten dafür einen Teil des Nachmittags in Harrison Hot Springs am Harrison Lake damit, barfuß am Strand spazieren und zu lesen.

 

Dort begegneten wir auch in Scharen unserem "Tier des Tages" - irgendeiner Art von Gans - aber fragt mich nicht , welcher....

Am Abend kamen wir dann wieder in unserem alten Quartier in Vancouver an und wurden von unserem Hauswirt Robert Phong an sein chinesisches Lieblingsrestaurant zwei Straßen weiter an der Main Street verwiesen. In dem saßen fast ausschließlich Chinesen, es lief chinesisches Lokalfernsehen - Gott sei Dank war die Speisekarte zweisprachig. Das süßsaure Schweinefleisch war besser als alles, was ich in Europa jemals zu diesem Thema bekommen habe. Etwas enervierend war die Angewohnheit einiger Gäste, sich die fast Wagenrad großen Krabben vor dem Verzehr lebendig am Tisch präsentieren zu lassen - die Viecher waren noch höchst lebendig und schlugen kräftig mit ihren langen Beinen um sich.

Mittlerweile sind wir auf Vancouver Island in einem sehr netten B&B, dem Cottage Pirouette in Esquimault, einem Vorort der Inselhauptstadt Victoria, angekommen - aber davon morgen mehr.